Newsletter Januar 2012
Idyllen und was die Literatur aus ihnen macht
60 Jahre Baden-Württemberg – das heißt auch 60 Jahre Literatur in und aus Baden-Württemberg, die das Land in seinen kulturellen Konturen, in seiner geistigen Tradition und Atmosphäre mitgeprägt hat. Um dies gebührend zu feiern, aber auch kritisch zu resümieren, führt die Baden-Württemberg Stiftung den Literatursommer 2012 durch und unterstützt Projekte, die diese Tradition dokumentieren und sich mit ihr auseinandersetzen. Die literarische Gesellschaft Forum Allmende e. V. beteiligt sich daran mit dem Thema „Idyllen und was die Literatur aus ihnen macht“ und bietet dazu am 6./7./8. Juli ein Programm in Konstanz und Salem an.
25 Jahre ALG
2011 konnte die „Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e. V.“ (ALG) mit Sitz in Berlin ihr 25jähriges Bestehen feiern. Sie vertritt als lebendiger Dachverband die Interessen von mittlerweile mehr als 220 literarischen Vereinigungen und Museen – und jährlich kommen weitere hinzu. Seit 2003 gehört ihr auch FORUM ALLMENDE e. V. an, dessen Aktivitäten von den Hilfen und Fördermitteln der ALG selbst wie auch von dem durch sie ermöglichten Erfahrungsaustausch vielfach profitieren konnte. Ein aus Anlass des Jubiläums gedrehter Film (Länge: 22 Minuten) gibt Einblicke in diese für das kulturelle Leben so wichtige Institution. Ansehen...
Literatur im Wohnzimmer
Seit Frühjahr 2009 finden auf der Höri in den Wohnzimmern von Literaturfreunden und Mitgliedern von FORUM ALLMENDE in lockerer Folge Lesungen und literarische Vorträge statt. Organisiert von unserem Gründungsmitglied Suzanne Dinger und beraten bzw. assistiert von Felicitas Andresen und Bruno Epple werden Autoren und Texte mit Bodensee- oder weiterem alemannischem Bezug vorgestellt.
„Ach, Sie kommen vom Bodensee...?“
Ein nachgelassener Text zur Erinnerung an Jochen Greven. Klicken Sie hier...
Martin Walser 85
Am 24. März feiert Martin Walser seinen 85. Geburtstag. Ihm zu Ehren lesen am 22. März im „Kiesel“ im k 42 in Friedrichshafen um 19.30 die KollegInnen Zsuzsanna Gahse, Ulrike Längle, Katrin Seglitz, Manfred Bosch, Hermann Kinder, Peter Renz und Arnold Stadler aus seinem Werk. Franz Hoben und Siegmund Kopitzki moderieren den Abend. Den Beitrag „Hymne auf einen Überlebensgroßen“ von Hermann Kinder
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Am 27. Januar 2012, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, hatte die „Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Baden-Württemberg“ ihre Mitglieder zu einer ganztägigen Präsentation in den Landtag von Baden-Württemberg nach Stuttgart eingeladen. Diesem Aufruf folgte auch der „Freundeskreis Jacob Picard“, um seine Arbeit vorzustellen, die Gedenkstätte Jacob Picard im Alten Rathaus von Wangen einer weiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Gedenkstätten zu suchen.
Von links nach rechts: Hanno Kunz, Dr. Gert Wolf, Andrea Dix, Dr. Anne Overlack (Sprecherin des Freundeskreises); sitzend Dr. Hannelore König.
Frank Lettenewitsch liest aus „Bohème in Kustenz“
Im Herbst 2009 wurde der Roman „Bohème in Kustenz“ von Eduard Reinacher aus dem Jahr 1929 als Band 7 der „Reihe Forum Allmende“ neu aufgelegt (vgl. „Zum Lesen“/„Reihe Forum Allmende“ auf dieser website). Er spielt nach dem Ersten Weltkrieg, als das behäbige Konstanz mit einer Schar umtriebiger Autoren und Verleger konfrontiert wurde, die die Stadt partout zu einem „alemannischen Montmartre“ (Norbert Jacques) zu machen gedachten. Im Mittelpunkt steht der aus Dresden zugezogene Expressionist Rudolf Adrian Dietrich, der – in den Worten Reinachers – nicht eher von der Stadt lassen wollte, bevor er nicht alle Schulden gemacht hatte, die sich am Bodensee machen liessen. Der elsässische Autor Eduard Reinacher (1892-1968), damals selbst am Bodensee lebend, gibt in seinem komischen Roman ein satirisches Bild dieser aufregenden –und aufgeregten – Zeit.
Nun besteht Gelegenheit, Teile aus diesem Roman auch zu hören. Im Rahmen der schon traditionellen Veranstaltungsreihe „Literatur in den Häusern der Stadt“, die alljährlich in Konstanz durchgeführt wird, hat Frank Lettenewitsch, Schauspieler am Stadttheater Konstanz, das Buch Ende Februar 2010 vorgestellt und daraus gelesen. Stark die Hälfte unseres damaligen Mitschnitts dieser Lesung steht nun als Audiodatei zur Verfügung. Streaming (lädt schneller) ist ebenfalls verfügbar.
„Zum Lesen und Hören“
heißt unsere Rubrik, in der Sie immer wieder neue Beiträge zur Literatur der Region finden. Neu sind Essays und Aufsätze von Ekkehard Faude über Nelly Dix, von Peter Frömmig über Hermann Lenz („Ein schwäbischer Fremdling“), von Inga Pohlmann über Wilhelm Schäfer und die Schweiz und von Harry Pross über das Allgäu („In einem beschaulichen Land“). Über das Thema literarische Recherche hat sich Rainer Wochele anhand der Erfahrungen mit seinen Roman „Der General und der Clown“ Gedanken gemacht. Lesen Sie doch mal rein!Siegmund Kopitzki: Zehn Thesen zum "Umgang mit einem schwierigen Erbe"
In Konstanz gibt es seit Jahren eine Auseinandersetzung um den Dichter Wilhelm von Scholz (1874-1969), die in letzter Zeit an Schärfe zugenommen hat. Worum geht es? Scholz ging in Konstanz zur Schule, hat seit den zwanziger Jahren bis zu seinem Tode auf dem Konstanzer Familiensitz Seeheim gelebt und in den Jahren des „Dritten Reiches“ mehr an bereitwilliger Zustimmung zur Ideologie des Nationalsozialismus geleistet, als seinem literaturgeschichtlich ohnehin geschwundenen Nachruhm gut tun kann. So widerrief er beispielsweise die Toleranzbotschaft seines frühen Theaterstücks „Der Jude von Konstanz“ (1905), ließ sich zu Elogen auf Hitler herbei und formulierte noch 1944 lyrische Durchhalteappelle.
mehr…Literatur in Library 2.0
Die literarische Gesellschaft Forum Allmende ist Partner in einem bis Juli 2009 von der EU geförderten Grundtvig 2 – Lernpartnerschaften Projekt, an dem Bibliotheken, Sprachenschulen und Literaturgesellschaften aus Belgien, Schweden, Spanien, Griechenland und Deutschland teilnehmen.
In „Literatur-Cafés“, die im Internet in mehreren europäischen Sprachen und in der virtuellen Welt „Second Life“ stattfinden, sollen europäische Lektüren diskutiert und Erfahrungen darüber ausgetauscht werden. Im Mai 2009 findet zum Abschluss in Gaienhofen am Bodensee eine europäische Konferenz mit Ausstellung und literarischem Programm statt, die von Forum Allmende und dem Hermann-Hesse-Höri-Museum organisiert wird.
Sie sind herzlich eingeladen, am Projekt und den Literatur-Cafés teilzunehmen.
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Tag um Tag

Unter dem Titel „Tag um Tag” stellt die literarische Gesellschaft Forum Allmende e. V. das Buch des Autors K. D. Diedrich „Meine Biberacher Zeit“ von Januar bis Dezember 2007 als Weblog ins Netz. Wir danken dem Kulturdezernat der Stadt Biberach/Riss und dem Literarischen Forum Oberschwaben für ihre Förderung. mehr
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