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Die Jahresausstellung 2010
von FORUM ALLMENDE im Hermann-Hesse-Höri-Museum Gaienhofen gilt dem Thema „Literatur und Verlage nach 1945“ – exemplarisch dargestellt am Konstanzer Südverlag unter dem Titel „Zeit der schönen Not“. Unter den Verlagen der Bodenseeregion verdient der Konstanzer „Südverlag“ besonderes Interesse: Mit den beiden wichtigen Zeitschriften „Die Erzählung“ und „Vision“ bewies er nicht nur höchst ehrgeizige Ambitionen, er sammelte auch eine respektable Autorenschar um sich. Hier veröffentlichten jüdische Exilautoren wie Martin Gumpert und Otto Zoff ebenso wie Vertreter der „Inneren Emigration“, hier brachte Karl Krolow seinen ersten Gedichtband heraus, hier erschienen Erich Ohsers „Vater und Sohn“-Geschichten neu und Viktor Manns Familienbiographie „Wir waren fünf“. Dieses Programm ist nicht denkbar ohne den ehemaligen „Ullsteiner“ Johannes Weyl, der nach Kriegsende eine Reihe ehemaliger Kollegen und Mitarbeiter von Berlin an den Bodensee holte. Obwohl der „Südverlag“ bis heute existiert, beschränkt sich die Ausstellung auf dessen aktivste Zeit – die sieben Jahre zwischen 1945 und 1952. Die Ausstellung berührt die Aspekte Exil und „Innere Emigration“, Besatzungszeit und frühe Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, regionale Geschichte und kulturellen Neubeginn in der Französischen Zone. Der Ausstellung liegt die gleichnamige Darstellung „Zeit der schönen Not“ zugrunde, die Manfred Bosch 2009 im Universitätsverlag Konstanz herausgebracht hat. Die Ausstellung wird am 8. Oktober 2010 eröffnet und dauert bis Mitte Januar 2011.
Fritz Mühlenweg
erhält im Bahnhof von Allensbach ein Museum. Der in Konstanz geborene Erzähler (1898-1961), der sich nach drei Mongolei-Expeditionen mit der Künstlerin Elisabeth Mühlenweg in Allensbach niederließ, um hier eine große Familie zu gründen, wurde lange als Jugendbuchautor gehandelt; erst durch den verlegerischen und schriftstellerischen Einsatz Ekkehard Faudes, in dessen Verlag „Libelle“ Mühlenwegs Bücher fast alle wieder aufgelegt wurden, fand in den letzten Jahren eine Neubewertung dieses bemerkenswerten Autors statt. Das Museum wird durch Ekkehard Faude mit finanzieller Beihilfe der Marbacher „Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg“ von der Gemeinde Allensbach eingerichtet und soll im Vorfeld des 50. Todestages Mühlenwegs im Spätjahr 2010 eingeweiht werden. Fritz Mühlenweg wird auch die Jahresausstellung von FORUM ALLMENDE im Hermann-Hesse-Höri-Museum gelten, die im Frühjahr 2011 ebenfalls durch Ekkehard Faude kuratiert wird. Thema dort die Herausbildung von Mühlenwegs Autorschaft im Spiegel seiner Briefe aus der Mongolei. Siehe auch den Essay Ekkehard Faudes über Fritz Mühlenweg unter „Zum Lesen“/ „Aufsätze“ auf dieser homepage.
An den Baden-Württembergischen Literaturtagen 2009 in Konstanz...
... beteiligte sich FORUM ALLMENDE mit der Lesung „grenzen los lesen. Autoren von Forum Allmende lesen eigene Texte“.
Viele Mitglieder von FORUM ALLMENDE sind selbst aktive Autoren. Zwölf von ihnen stellten sich im Kulturzentrum Konstanz mit eigenen Texten in einer „Marathonlesung“ am 31. 10. 2009 von 13.30 – 18.30 Uhr vor. Ein Büchertisch mit den Veröffentlichungen der Autorinnen und Autoren lud zum Stöbern ein.
Es haben folgende Autoren und Autorinnen gelesen:
Felicitas Andresen, Armin Ayren, Eva Berberich, Claudia Scherer, Monika Binder, Erika Brandner, Peter Frömmig, Markus Manfred Jung, Hartmut Löffel, Jürgen-Peter Stössel, Monika Taubitz, Liesa Trefzer-Blum. Die Moderation hatten Tonio Paßlick und Markus M. Jung.
Siegmund Kopitzki: Zehn Thesen zum "Umgang mit einem schwierigen Erbe"
In Konstanz gibt es seit Jahren eine Auseinandersetzung um den Dichter Wilhelm von Scholz (1874-1969), die in letzter Zeit an Schärfe zugenommen hat. Worum geht es? Scholz ging in Konstanz zur Schule, hat seit den zwanziger Jahren bis zu seinem Tode auf dem Konstanzer Familiensitz Seeheim gelebt und in den Jahren des „Dritten Reiches“ mehr an bereitwilliger Zustimmung zur Ideologie des Nationalsozialismus geleistet, als seinem literaturgeschichtlich ohnehin geschwundenen Nachruhm gut tun kann. So widerrief er beispielsweise die Toleranzbotschaft seines frühen Theaterstücks „Der Jude von Konstanz“ (1905), ließ sich zu Elogen auf Hitler herbei und formulierte noch 1944 lyrische Durchhalteappelle.
mehr…Vermehrt
bietet unsere Homepage in letzter Zeit Texte zur Region und Aufsätze zu Autoren. So schreibt Leopold Ziegler über den Bodensee als eine Musterkollektion europäischer Seen- und Meereslandschaften, Beat Brechbühl über die „Seegfrörne“ 1963, die die Grenzen aufhob, oder Jochen Kelter über das gänzliche „Verschwinden der Region“. Zu den Beiträgen über Robert Walser (von Jochen Greven) kamen in letzter Zeit neue zu Hermann Kinder (von Peter Renz), Elisabeth Rupp (von Hermann Bausinger) und Fritz Mühlenweg (von Ekkehard Faude) hinzu. Und es soll peu à peu weitergehen. Es lohnt sich, immer wieder mal unter „Zum Lesen“ / „Aufsätze“ nachzusehen …
Literatur in Library 2.0
Die literarische Gesellschaft Forum Allmende ist Partner in einem bis Juli 2009 von der EU geförderten Grundtvig 2 – Lernpartnerschaften Projekt, an dem Bibliotheken, Sprachenschulen und Literaturgesellschaften aus Belgien, Schweden, Spanien, Griechenland und Deutschland teilnehmen.
In „Literatur-Cafés“, die im Internet in mehreren europäischen Sprachen und in der virtuellen Welt „Second Life“ stattfinden, sollen europäische Lektüren diskutiert und Erfahrungen darüber ausgetauscht werden. Im Mai 2009 findet zum Abschluss in Gaienhofen am Bodensee eine europäische Konferenz mit Ausstellung und literarischem Programm statt, die von Forum Allmende und dem Hermann-Hesse-Höri-Museum organisiert wird.
Sie sind herzlich eingeladen, am Projekt und den Literatur-Cafés teilzunehmen.
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Tag um Tag

Unter dem Titel „Tag um Tag” stellt die literarische Gesellschaft Forum Allmende e. V. das Buch des Autors K. D. Diedrich „Meine Biberacher Zeit“ von Januar bis Dezember 2007 als Weblog ins Netz. Wir danken dem Kulturdezernat der Stadt Biberach/Riss und dem Literarischen Forum Oberschwaben für ihre Förderung. mehr
„inslandgeschaut“
„inslandgeschaut“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Fotostudio Frei und FORUM ALLMENDE e.V., in dem ein großformatiges Buch mit Fotos und literarischen Texten über die Markgräfler Region, Südschwarzwald und Oberrhein hergestellt und im November 2007 erscheinen wird.
Mehr unter www.inslandgeschaut.de.
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