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Rezensionen






Elisabeth Rupp

Im Zweige. Erlebnis einer Jugend

Isele 2005 
 

Den Gefährten Erde und Himmel gewidmet, war ihre autobiographische Erzählung bereits im Jahre 1922 im Verlag Seldwyla erschienen. Es ist der literarischen Gesellschaft Forum Allmende zu verdanken, dass mit der Wiederauflage des Buches der Juristin, Schriftstellerin und Ethnologin Elisabeth Rupp (1888-1972) ein Text vorliegt, in dem virtuos und kraftvoll, aber auch poetisch und einfühlsam Stationen und Phasen eines bemerkenswerten Lebens beschrieben werden. (…) Es ist dieses Changieren in der Darstellung der verschiedenen Lebenswelten, das die Lektüre so inspirierend macht. Als weitere Facette tritt eine Scheu, eine vorsichtige Annäherung an Themen hinzu, die auch das Leben der zweimal promovierten Rupp herausfordern: Kontinuierlich eingewoben sind psychologisch-philosophische Reflexionen über die Liebe, die Männer einerseits und den Drang nach dem Ausleben der künstlerischen Potenziale andererseits.

Eva Grundl, Südkurier, 12. Januar 2006 
 

(…) Nun begreift man auch den seltsamen Buchtitel: „Im Zweige“. Er kann eigentlich nur bedeuten, dass der Mensch, der hier von sich erzählt, in dem Gefühl lebte, immerfort auszuzweigen, ständig wie ein Baum neue Äste und Zweige zu treiben und damit permanent neues Wachstum hervorzubringen, das einen wieder und wieder vor die Wahl stellt, sich zu entscheiden.

Kurt Oesterle, Schwäbisches Tagblatt, 20. 12. 1005 

Die unerbittliche Selbstbefragung und das Bekenntnis zur Natur sind ganz wesentliche Elemente in der Autobiographie von Elisabeth Rupp, die jetzt als Neuauflage mit einem Nachwort von Hermann Bausinger in der Edition Isele erschienen ist: „Im Zweige“. Der Untertitel „Erlebnis einer Jugend“ verweist schon darauf, dass es in diesem 1922 erstmals veröffentlichten Buch weniger um eine chronologische Erzählung von unbeschwerter Kindheit in Oberschwaben und Jura-Studium in Straßburg, Leipzig und Berlin geht, sondern eher um das Wachsen einer Persönlichkeit – von den Zeitgenossen wurde es neben und sogar über Hesses „Unterm Rad“ gestellt. Jedenfalls ermöglicht diese Publikation die lohnende Begegnung mit einer in der Öffentlichkeit zu wenig bekannten Wissenschafterin und Schriftstellerin.

Irene Ferchl, literaturblatt für baden und württemberg, Heft 3/4, 2006

 

"Alemannisches Judentum.
Spuren einer verlorenen Kultur".

Hg. von Manfred Bosch.
Edition Isele 2001

Ein gewichtiges Werk (...). Entstanden ist eine Annäherung über den Einzelfall. Neben historischen Längsschnitten und Momentaufnahmen stehen Erinnerungsbilder und Selbstzeugnisse, neben einzelnen Schicksalen, die exemplarisch wurden, die Befragung von Zeitzeugen und Aufsätze über das jüdische Leben heute. Die Konzentration auf das Lokale und Regionale, auf das Überschaubare Fallbeispiel führt zu einem hohen Maß an Authentizität.
Anne Overlack, Verlorene Kultur, in: Stuttgarter Zeitung, 14. 11. 2001

Der Sammelband "Alemannisches Judentum. Spuren einer verlorenen Kultur" behandelt in bislang einmaliger Ausführlichkeit die Geschichte der Juden in Baden-Württemberg, Vorarlberg, der Deutschschweiz und im Elsaß. Die einzelnen Beiträge zeichnen sich durch Lesbarkeit und durch ihren hohen, wissenschaftlich fundierten Informationswert aus. Das Buch kann schon jetzt als Standardwerk zu diesem Thema gelten.
Albert M. Debrunner, Von Strassburg bis Jerusalem, in: Dreiland-Zeitung Nr. 35/ 2001

Ein gewaltiges, gewichtiges Buch mit vielen Aspekten und Ergebnissen, aber auch unzähligen Anregungen für die weitere regionalgeschichtliche Forschung.
Martin Ruch in Die Ortenau. Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden 82. Bd. 2002, S. 716

Das vorliegende Buch darf ohne Bedenken als die bisher umfassendste und eindrucksvollste Gesamtdarstellung des alemannischen Judentums angesprochen werden
Karl Heinz Burmeister, in: Montfort 54, 2002, Heft 3, S. 236

Dabei leistet der Band bedeutend mehr als der Titel zunächst verspricht: Er begibt sich nicht nur auf die Spurensuche nach Juden in einer bestimmten Region, vielmehr erzählt er die Geschichte des Landjudentums – einer Gruppe die ansonsten häufig in der Literatur vernachlässigt wird.
Karin Kails, Spurensuche: Deutsche Landjuden, in: Aufbau, 22. 8. 2002

Das Buch zeichnet sich aus durch die profunde, detailreiche Kenntnis der Materie, die spannend und lebendig erzählt wird (...). Es werden auf dramatische Weise jene Verluste offensichtlich, die der wütende, besinnungslose Suizid deutscher Kultur zu verantworten hat.
Eva Grundl, Auf der Spur von Menschen und Schicksalen, in: Schaffhauser Nachrichten, 22. 11. 2001

Die häufigsten Empfindungen beim Durchblättern des Bandes und beim Lesen beliebiger Artikel, gleich über welchen Pfad man eingestiegen ist, sind das Staunen über die Vielfalt und Tiefe der Kultur der alemannischen Juden und der ohnmächtige Zorn auf die Kulturbanausen und Mörder, die ihr den Garaus machten.
Oswald Burger, Misslungenes Zusammenleben, in: Südkurier, 9. 11. 2001

Es dürfte wohl für wenige deutsche Regionen ein in so vielfältiger Hinsicht umfassend unterrichtendes Werk geben. Jüdisches Leben, jüdische Kultur und die Geschichte, die mit der Vertreibung und Auslöschung durch die Nationalsozialisten endet, sind unter den verschiedensten sozialen und kulturellen Gesichtspunkten dokumentiert.. Die einzelnen Aspekte fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen, wie man es sich lebendiger und informativer kaum vorstellen kann
Armin Ayren, Für immer verloren, in Badische Zeitung, 14. 7. 2001

 

Tami Oelfken
Fahrt ins Chaos
Ein Logbuch aus Zeiten des Kriegs.

Libelle 2003

Zu entdecken ist eine Autorin von Rang – und ein berührendes, erschütterndes Dokument von Zivilcourage und trotziger weiblicher Selbstbehauptung in barbarischen Zeiten.
Martin Halter, Badische Zeitung, 30. 12. 2003

Tami Oelfken, die unter den Nazis nicht mehr Erzieherin sein durfte, war auch Dichterin, das verrät jede Seite ihres „Logbuches“. Es sind nicht nur die genauen Beobachtungen der Zeitzeugin, die die Lektüre eindrücklich machen. Oelfken schafft mit ihrer Sprache und Erzählweise eine dichte Atmosphäre, die ihre Erinnerungen ungeheuer lebendig machen.
Andrea Herzig, Südkurier, 1. 4. 2004

Tröstlich, dass gelegentlich Bücher neu erscheinen, deren Wiederentdeckung sich wahrhaft lohnt. Tami Oelfkens „Logbuch aus Zeiten des Kriegs“, so der Untertitel, gehört entschieden zu ihnen. Der kleine Schweizer Verlag Libelle hat es jetzt abermals veröffentlicht. Es ist das einzige lieferbare Buch dieser Autorin, und es sollte in keinem Bücherschrank fehlen, der irgend noch auf sich hält.
Jürgen Dierking, Weser Kurier, 24. 1. 2004

Herausgeber und Verlag verdanken wir bereits mehrere kulturgeschichtliche Wiederentdeckungen vom Bodensee (…). Diese hochgebildete, in der europäischen Literatur beheimatete Frau, mit wachem Gewissen und großer Sensibilität für Anstand, steuert in tagebuchartigen Aufzeichnungen ihren Kurs durch die Jahre 1939 bis 1945 (… ). Sie wechselte ihren Wohnsitz von Berlin an den Bodensee und versuchte sich mit erstaunlicher Produktivität vom Schreiben zu ernähren. Aber nachdem die Nazis Kultur und Sprache raubten – sie wird 1942 zusätzlich mit Publikationsverbot belegt - , sind ihre Möglichkeiten gering, sie muss still halten. So beginnt sie im Krieg am geistigen Wiederherstellungswerk zu arbeiten, damit Deutschland frei und europäisch werde.
Rainer Erb, Das Parlament, 2./9. 2. 2004

Tami Oelfken geriet ins Abseits, schlimmer noch: in Vergessenheit. Dass ihre „Fahrt durch das Chaos“ jetzt wieder verfügbar ist, zumal mit einem fundierten wissenschaftlichen Anhang, wirkt wie eine Wiedergutmachung.
Kristine von Soden, Deutschlandfunk, 12. 1. 2004

Niemand kennt mehr diese Frau, die gegen jede bornierte Obrigkeit kämpfte – und dafür von allen verfolgt wurde: im Wilhelminischen Reich, von den Nazis, von den vermeintlichen Sozialisten der DDR, dann von den kalten Kriegern im Adenauer-Land. So wird eine tapfere Frau und bedeutende Autorin ins Vergessen getrieben, die sich selber als „aristokratische Sozialistin“ verstand… Im verblendeten 20. Jahrhundert sind viele zugrunde gegangen – doch wenige auf so beschämende Art wie diese unbeugsame Frau...
Rolf Michaelis in: DIE ZEIT, 2. 12. 2004

Oelfkens "Logbuch aus den Zeiten des Krieges", wie es im Untertitel heisst, ist ein bedeutendes Zeitdokument und zugleich eine großartige literarische Leistung. Die Wahrnehmungen, Gefühle und Gedanken, um die es geht, sprechen uns heute, nach 60 Jahren, so frisch und lebendig an, als schreibe da eine Zeitgenossin.
Jochen Greven auf der Meersburger "Gesprochenen Anthologie", 19. 11. 2004

Oelfkens "Fahrt durch das Chaos" gehört zu den wichtigen und mutigen, ja eindringlichen Aufzeichnungen über eine Zeit, in der "geschrieben Gedankenfreiheit" das Leben kosten konnte. Ähnlich dem Schicksal der Klemperer-Tagebücher überlebte das Logbuch nur durch List, gute Freunde und immer neue Verstecke...
Heidi Hirschberg in: literaturblatt für Baden und Württemberg, Nov./Dez. 2004

Robert Reitzel
"Ich will nur auf einem Ohre schlafen, damit ich keinen Weckruf zur Freiheit verpasse..."
Forum Allmende Band 4, Textauswahl.

Karin Kramer Verlag 2004

Aus den Tiefen der anarchistischen Geschichte taucht das blütenweiß gebundene Buch mit dem schönsten Titel der Saison auf: Robert Reitzel: "Ich will nur auf einem Ohre schlafen, damit ich keinen Weckruf zur Freiheit verpasse"...
Jochen Knoblauch in: Graswurzelrevolution, Dez. 2004/2005

Robert Reitzels Texte sind fraglos eine Entdeckung, genauer eine Wiederentdeckung… Seine Texte schildern nicht nur ungeschminkt den Alltag im Migrantenmilieu, sie stehen vor allem für die radikale Skepsis gegenüber absoluten Wahrheiten. Statt der Zwänge vorgegebener Ordnungen rückt Reitzel das Ich und sein Erleben in den Blick. Das macht ihn modern und seine "Feuchtfröhlichkeit" verleiht ihm auch sehr menschliche Züge
Badische Zeitung, 16.12.2004

Von seiner Sorte hat das Wiesental nicht viele: Ein glühender Verehrer von Freiheit und Demokratie, ein unabhängiger Geist, ein glänzender Schreiber, ein feuriger Redner und ein Spötter von hohen Graden. Vielen gilt er als eine Art "kleiner Bruder" von Heinrich Heine - und dennoch ist er in seiner Heimat nahezu vergessen: Robert Reitzel.
Werner Müller in: Markgräfler Tagblatt (Schopfheim), 18.01.2005


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