Zeitschrift Allmende
Die Zeitschrift ALLMENDE erscheint seit 1981 und wird seit 2003 im Info Verlag Karlsruhe im Auftrag der Literarischen Gesellschaft herausgegeben von Manfred Bosch und Prof. Hansgeorg Schmidt-Bergmann. Sie ist von FORUM ALLMENDE vollkommen unabhängig.
Portrait

ALLMENDE
Ländereien, die den Mitgliedern einer Gemeinschaft zur gemeinschaftlichen Nutzung zustehen.
(Meyers Enzyklopädisches Lexikon)
Teil der Gemeindeflur, der der Gemeinde gehört und gemeinsam genutzt wird.
(Brockhaus)
Gemeindetrift, eigentlich was allen gemeinsam gehört.
(Duden)
Als ALLMENDE 1981 zu erscheinen begann, konnte sie als literarischer Ausdruck eines neuerwachten Selbstbewusstseins der Provinz gelten. Es war ein Versuch, aus dem Lob der Provinz auszubrechen und jene Enge zu verlassen, die das Gespräch über Heimat und Nahräume nur zu oft bestimmt. Sollte es nicht möglich sein, über Heimat zu reden, ohne von seiner Zeitgenossenschaft absehen zu müssen? Die platten Harmonien zu vermeiden, die das Thema auferlegt? Von Heimat als etwas zu reden, dessen man sich nicht so sicher sein kann? Auch auf jene Gefahr hin, die Matthias Spranger in einem Editorial so beschrieben hat: den "feinen Flaneuren der besseren Gegenden ein lächerlicher Kauz, den Fahnenträgern der Heimat ein schnöder Verräter" zu sein.
Dem Wagnis der ALLMENDE, das Gespräch über das "Eigene" zu beleben, kommen äußere Gegebenheiten zu Hilfe. Denn das Alemannische erstreckt sich auf fünf Nationen – die Schweiz, Frankreich (Elsaß), Deutschland, Österreich (Vorarlberg) und Liechtenstein. Die Chancen dieser Zeitschrift waren deshalb von vornherein in jener "kleinen Internationalität" zu sehen, die im Alemannischen beschlossen liegt. Aus ihr hat ALLMENDE keine Welt und schon gar keine Weltanschauung konstruiert, wohl aber so etwas wie eine europäische Modellregion abgeleitet.
Indem ALLMENDE Neugier über die Grenzen propagiert, werden diese ebenso zum Thema wie die Gemeinsamkeiten. Das Letzte, woran der Zeitschrift liegt, ist die Forcierung von Wir-Gefühlen. Was das Zusammengehörigkeitsbewußtsein angeht, war das Alemannische nie eine Gegend für übertriebene Hoffnungen. Daraus ließ sich eine Reihe schöner Tugenden ableiten: Nüchternheit und kritisches Wohlwollen. In der ALLMENDE musste und muss nichts entschieden werden – der Widerspruch ist wichtiger als die unfruchtbare Harmonie. So bleibt eine Gegend spannend.
Auch heute, nach über zwei Jahrzehnten ihre Bestehens, ist ALLMENDE ein Ort für Erkundungen und Neuentdeckungen, für Neubewertung. In ALLMENDE erweist sich die Unerschöpflichkeit einer Region, die aus lauter Grenzen besteht.
Nach den Verlagen Thorbecke (Hefte 1-10), Elster (Hefte 11-34/35) und Isele (Hefte 36/37-70/71) erscheint Allmende mit dem 23. Jahrgang neu im Info-Verlag Karlsruhe. Die Redaktion in den Jahren 1981 - 1990 lag bei Manfred Bosch und Matthias Spranger. Zu den bisherigen Herausgebern Hermann Bausinger, Manfred Bosch, Ulrike Längle, Adolf Muschg, Matthias Spranger, Martin Walser und André Weckmann tritt Hansgeorg Schmidt-Bergmann, der gemeinsam mit Manfred Bosch die Redaktion besorgt.
ALLMENDE brachte Beiträge von Katharina und Peter Adler, Jürg Amann, Paul Assall, Peter Assion, Armin Ayren, Lothar Baier, Max Barth, Hermann Bausinger, Ulrich Becher, Maria Beig, Peter Bichsel, Monika Binder, Otto A. Boehmer, Achim von Borries, Kurt Bracharz, Erika Brandner, Horst Brandstätter, Volkmar Braunbehrens, Beat Brechbühl, Irmela Brender, Rosemarie Bronikowski, Hermann Burger, Oswald Burger, Erika Burkart, Ernst Burren, Michael Buselmeier, Cornelia Conrad, Nikolaus Cybinski, Walter Dirks, Michael Donhauser, Wolfgang Duffner, Serge Ehrensperger, Gerwig Epkes, Bruno Epple, Manfred Esser, Ekkehard Faude, Adrien Finck, Mario Fitterer, Dieter Fringeli, Susanne Fritz, Manfred Fuhrmann, Ulrich Gabriel, Hans-Martin Gauger, Arno Geiger, Wolfgang Geiger, Jochen Greven, Walter Gröner, Reinhard Gröper, Emma Guntz, Erich Hackl, Leo Haffner, Gerta Haller, Peter Hamm, Margarete Hannsmann, Evelyn Hasler, Heiko Haumann, Wolfgang Heidenreich, Ulrike Heider, Monika Helfer, Günter Herburger, Wolfgang Herrmann, Josef Hoben, Franz Hohler, Barbara Honigmann, Heinz G. Huber, Bert Jäger, Josef W. Janker, Utz Jeggle, Walter Jens, Hans Arno Joachim, Markus Manfred Jung, Andreas Kämpf, Emma Kann, Jochen Kelter, Hermann Kinder, Karlheinz Kluge, Michael Köhlmeier, Gerhard Köpf, Gerd Kolter, Agathe Kunze, Jürg Laederach, Ulrike Längle, Thomas Lehner, Norbert Loacker, Hartmut Löffel, Paula Ludwig, Ludger Lütkehaus, Christian Mähr, Peter Maiwald, Kurt Marti, Fritz Mauthner, Hans Mayer, Christoph Meckel, Robert Menasse, Maria Menz, Wolfgang Menzel, Volker Michels, Jo Mihaly, Walter Moßmann, Maria Müller-Gögler, Adolf Muschg, Walter Neumann, Hannelore Nussbaum, Kurt Oesterle, Klaus Oettinger, Hugo Ott, Lotte Paepcke, Jacob Picard, Meinrad Pichler, Uwe Pörksen, Harry Pross, Ingrid Puganigg, Peter Renz, Wolfgang Rohner-Radegast, Peter Salomon, Walle Sayer, Will Schaber, Walter E. Schäfer, Claudia Scherer, Matthias Spranger, Arnold Stadler, Martin Stockburger, Jürgen-Peter Stössel, Joachim W. Storck, Thomas Strittmatter, Ingeborg Sulkowsky, Kundeyt Surdum, Monika Taubitz, Claude Vigée, Johanna Walser, Martin Walser, André Weckmann, Johannes Werner, Markus Werner, Wolfram Wette, Urs Widmer, Hanspeter Wieland, Hilde Ziegler, Martin Zingg und vielen anderen.
(Für die ersten 10 Jahrgänge findet sich ein Inhaltsverzeichnis in Heft 30/31).
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