MV-Bericht 2007
Bericht unseres Mitglieds Dieter Künzel
Wir, meine Frau Irmgard und ich, freuten uns schon seit Monaten auf das letzte Septemberwochenende bei oder mit Forum Allmende. Am Freitag davor hörte mir ein Kollege aufmerksam zu, als ich ihm von den mir bevorstehenden zwei schönen Tagen schwärmte. Wie alt denn die Leute seien, die daran teilnähmen, wollte er wissen. Alle Altersgruppen seien vertreten, da war ich sicher. Auch Dreißigjährige z. B.?, war seine nächste Frage und ich begann nachzudenken. Die Tage in Herisau rief ich aus meinem Gedächtnis ab. Oh je, nein. Gehören wir zu den jüngeren Teilnehmern?, sind die meisten dem Rentenalter nahe?, wieviele haben diese magische Grenze sogar schon überschritten? Ich versprach ihm, dieses Mal darauf zu achten und ihn am Montag zu informieren.
Mitglieder und Gäste trafen sich vor dem Müllheimer Bahnhof am Samstag. Gegen 12.00 Uhr rollte der Bus aus dem Wiesental an, wenige Plätze besetzt von Teilnehmern eines Volkshochschulkurses aus Schopfheim. Murbach im Elsaß war das erste Ziel. Dort wartete André Weckmann vor der alten Klosterkirche. Ihn sehen und hören zu können, davon träumte ich schon lange. Nun kann ich mich erinnern. Der geringe Lichteinfall gestattete kein Lesen beim Altar, die Kanzel, an einer Säule befestigt, musste herhalten. André Weckmann las also von dort herab aus eigenen Texten vor. Es sei das erste Mal, dass er eine Kanzel zu diesem Zweck besteige, äußerte er, den Segen erteilen wollte er am Ende allerdings nicht. Seine Präsenz, denke ich, hätte es ihm gestattet.
Nach dem Mittagessen blieb nur wenig Zeit für die Besichtigung des alten Kirchengebäudes. Der Wirtshausbetrieb war dem Zeitplan nicht gewachsen. Paul Schmidle führte trotzdem. Seine Vorrede, dass, wer sich für Literatur, wohl auch für Kunst interessiere und in der Folge auch für Musik, ließ mich verwirrt zurück. Ich lese mit Geduld, betrachte gerne manche Bilder. Damit sind meine kulturellen Fähigkeiten erschöpft.
Ottmarsheim mit seiner romanischen Kirche und den angekündigten Texten von Otto Flake und René Schickele drängte. Dietmar Fulde trug aus beider Werk vor. Ich genoss es.
Nach 18.00 Uhr stiegen wir am Müllheimer Bahnhof in unsere Privatfahrzeuge um, fuhren nach Badenweiler, bezogen die Zimmer in den jeweiligen Hotels und trafen uns später zu gemeinsamem Abendessen und Gedankenaustausch in einem Restaurant in Niederweiler. Das Eintauchen am Sonntagmorgen in einen Teil der literarischen Geschichte Badenweilers, eigentlich kurzweilig beschriebene Geschichte über Schriftsteller, die in Badenweiler gelebt hatten, gelang Herrn Langendörfer in für mich nachwirkender Weise. Ich hätte ihm noch manche Stunde gespannt zuhören können. Ein Besuch des Museums im Kurhaus rundete den Sonntagvormittag ab.
Was nun das Alter der Teilnehmer betrifft: Wolf Haas, österreichischer und in Wien wohnhafter Schriftsteller, hätte seinen Erzähler in den Brenner-Krimis möglicherweise sagen lassen: "Alt aussehen kann jeder, weil jung sein ist relativ und wenn du dir überlegst, wer mit sechzig liest, war irgendwann einmal dreißig.“
Darf ich das unbekümmert so an meinen Kollegen weitergeben?
Previous page: Bildergalerie MV 2007
Next page: Mitgliederversammlung 2007 von Forum Allmende